Am Donnerstagabend ging unsere Reise also los. Unser Bus sollte um 21.30 Uhr von Toronto aus losfahren, daraus wurde aber leider nichts. Als wir nämlich am Busterminal ankamen (um ca 21 Uhr) war die Schlange schon so lang, dass alle Leute niemals in einen Bus gepasst hätten und wir standen ja noch nicht einmal an. Wir warteten aber erst einmal… und warteten… und warteten. Irgendwann NACH 21.30 kam der Bus dann endlich und um nur ein paar Personen kamen wir nicht mit. Es wurde von einem Ersatzbus gesprochen, aber in Wirklichkeit kam nur der, der planmäßig eine Stunde später fuhr und wir durften als Erstes einsteigen. Schon zu spät losgefahren, brauchten wir dann auch noch ewig an der Grenze und warteten statt 15min eine Stunde lang in Boston. Die Krönung war, als sich dann bei der Frühstückspause um 7 an einer Raststätte eine Frau statt den laut angesagt 20min ca doppelt so lang Zeit ließ mit dem wiederkommen und der Busfahrer schon ohne sie losgefahren wäre, hätten wir ihn nicht daran erinnert, dass noch jemand fehlt.
Mit ungefähr vier Stunden Verspätung kamen wir dann am Freitagmorgen um 11 endlich in New York an. Bis wir dann allerdings mit unseren Tonnen an Gepäck den Weg bis zum Hostel gemeistert hatten, verging noch ein bisschen Zeit, weil hier Tatsächlich manche U-Bahn Stationen einfach keinen Aufzug haben! Einfach unmöglich. Aber wir hatten es dann ja geschafft und als Erstes stand ein Treffen mit Julia auf dem Plan. War das schön, sie nach neun Monaten mal wiederzusehen! Leider hatten wir aber nicht so viel Zeit, da sie am Nachmittag schon wieder arbeiten musste. Danach gingen für Jannika und mich dann 4 ½ spannende Tage in der Weltmetropole New York los:
Mit Tagesplänen so vollgestopft wie es nur ging, dachten wir, dass wir mehr als genug Zeit haben würden, um alles zu sehen, aber wir hätten 4 ½ Wochen dort bleiben können und es gäbe immer noch etwas zu erleben. Das Wetter war, trotz angekündigter Gewitter, fantastisch, teilweise schon ein bisschen zu heiß und am ersten Tag auch zu schwül, aber mich als Sommermenschen stört das ja nicht allzu sehr. Und wir sind auch trotzdem so unendlich viel gelaufen, dass meine Füße sich vermutlich in einem Jahr noch nicht erholt haben, aber das war es wert. Fast die komplette Fifth Avenue haben wir gesehen und fast den ganzen Broadway. Wir sind über die komplette Brooklyn Bridge gelaufen. Wir haben den ganzen Central Park abgeklappert, das allerdings hauptsächlich mit Fahrrädern, die wir uns am Sonntag geliehen hatten als Sarah uns besuchen gekommen ist (4. Treffen innerhalb von 5 Monaten!!!). Wir waren an höchstwichtigen Gossip Girl Drehorten und haben insgesamt 1430 Fotos geknippst. Es war einfach wunderbar!
Es gibt mit Sicherheit keine Stadt, die größer ist, lauter ist, höher ist. So oft muss man den Kopf ganz in den Nacken legen, um zwischen all den Gebäuden überhaupt noch den Himmel sehen zu können. Es fahren mehr gelbe Taxis als normale Autos auf den Straßen, so viel ist sicher, und nirgendwo schieben sich so viele Menschenmassen über einen Platz wie am Times Square.
Toll war es auch, vom Top of the Rock die ganze Stadt von oben zu sehen – sogar günstiger als der CN Tower und es alle mal wert, weil man draußen war, keine Fotos durch verpeekte Scheiben machen musste, und halt New York gesehen hat, was in etwas hundert Mal spannender ist als Toronto.
Dieses Mal war ich auch am World Trade Center Memorial, was wirklich wirklich gut war. Gebaut wurden zwei quadratische „Wasserfälle“ in der Größe und an der Stelle der beiden Türme, die Wasserfälle der Tränen. Das Wasser fällt tief hinunter in den Boden und fließt dann in ein Loch in der Mitte, das so tief ist, dass man nicht sieht wo es endet. Ist ein bisschen schwierig zu beschreiben, auf jeden Fall symbolisiert das Loch die Leere, die durch den Tod der geliebten Menschen entstanden ist und das Wasser den trotzdem weitergehenden Fluss des Lebens. Um die Fälle herum sind die Namen der Opfer eingraviert, angeordnet danach in welchen Beziehungen sie zueinander standen, also sozusagen nach Freundschaftsgrad. Auf dem ganzen Platz stehen Eichen, die Stärke demonstrieren sollen, und der „Überlebensbaum“, der mitten in den Trümmern der Türme gefunden wurde und nach guter Pflege wieder ganz gesund wächst.
Alles wirklich gut gemacht! Wir haben da auch noch einen Securitymann getroffen, der uns erzählt hat, wie er die Anschläge erlebt hat und auch einiges über die Opfer und die Angehörigen, die zu dem Denkmal kommen.
Nun aber wieder zu positiveren Sachen und zwar der Broadwayshow, die wir gesehen haben, und zwar am Montag. „Rent“ hieß die, ist eine Adaptation der Oper La Bohème und handelt von Freunden in New York, die irgendwie alle kein Geld haben, an Aids erkrankt sind, Drogen nehmen oder andere Probleme haben. Die Musik hat mir sehr gefallen, aber ich habe gemerkt, dass ich Musicals lieber mag wenn sie Märchen sind, so wie eben Wicked, Tarzan und König der Löwen. Diese Geschichte war real und darum fand ich manches Verhalten ein bisschen übertrieben. Aber super war’s natürlich trotzdem, besonders weil wir in der 7. Reihe saßen und einfach SO gut gucken konnten. Der Typ, der uns die Karten am Times Square relativ günstig verkauft hat, hatte uns auch noch ein paar nicht so touristische Tipps gegeben, zum Beispiel den High Line Park, der sich auf einer ehemaligen Bahnbrücke befinden und der wirklich toll ist!
Wir haben so viel gesehen, aber trotzdem möchte ich unbedingt noch einmal wieder zurück kommen. Für die Museen, von denen wir kein einziges ansehen konnten, weil das Wetter einfach zu traumhaft war. Für die anderen Stadtteile, für die wir gar keine Zeit hatten. Um wirklich mal auf die Insel der Freiheitsstatue zu gehen und nicht immer nur mit der Staten Island Ferry daran vorbei zu fahren. Und für das Feeling, das man einfach nur in New York bekommt.
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Blick von Brooklyn auf Manhattan
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Teich im Central Park, auf dem die meisten Heiratsanträge gemacht werden-in Gondeln
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Columbus Circle
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Plaza Hotel!
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Wie bei Gossip Girl auf den Stufen des MoMas
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Grand Central Station
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Times Square
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Wall Street-für ein Foto neben dem Bullen hätte man ca 1h anstehen müssen
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WTC-Memorial
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Radeln im Central Park
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Blick über den Central Park
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Top of the Rock!
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Palace Hotel
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Flat Iron Building
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Unsere Freundin, die Freiheitsstatue
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High Line Park