Auf den Spuren Rory Gilmores

…sind wir am Mittwoch in New Haven gewandert. Einen Tag hatten wir eingeplant, um uns das kleine Städten in Connecticut anzusehen, was nach dem riesengroßen New York fast wie ein Dorf wirkte. Ein Tag reichte auch vollkommen, denn bis auf die Yale University, wegen der wir ja gekommen waren, gibt es dort nicht besonders viel zu sehen. Die Häuser sind nicht besonders hübsch und die Menschen hauptsächlich komisch. Die könnten das ohne Probleme als Kulisse für „We are Family“ oder „Mitten im Leben“ wählen und bräuchten nicht einmal Leute casten, weil die alle schon vor Ort wären.

Dann kommt man aber auf den Campus und alles ist anders. Die Häuser sind wunderschön und alt, die Wege mit Kopfstein gepflastert. Es sieht wirklich so aus, als würde einem gleich Rory mit einem Stapel Bücher entgegengelaufen kommen, oder Paris jemanden anschreien, weil er seinen Artikel nicht pünktlich eingereicht hat.

Eine Freundin aus Toronto hatte mir zum Glück den Tipp gegeben, dass täglich Führungen von Studenten angeboten werden und so erzählte uns ein gerade graduierter (sagt man das so?) Junge über die Geschichte Yales, während er uns die verschiedenen Gebäude zeigte. Witzig ist zum Beispiel, dass manche Häuser gar nicht so alt sind, wie sie aussehen. Zwei wurden zum Beispiel erst in den 1920er Jahren gebaut und von dem Architekten mit Absicht ein bisschen angekokelt oder mit Säure überschüttet, damit sie älter wirkten. Dachpfannen legte er ein Jahr lang in einen Fluss, Fenster wurden mit Absicht gebrochen und Kopfsteine wurden aus Dublin importiert.

Auch interessant war die Geschichte über die Frau, die das Vietnam Memorial in Washington entworfen hat. Sie war zu dem Zeitpunkt noch eine Studentin und es war ihre Abschlussarbeit. Ihr Professor hatte allerdings auch einen Vorschlag eingereicht und war so beleidigt, dass sie gewählt wurde und nicht er, dass er ihr nur ein B- gab. Das Vietnam Memorial ist das schönste aller Denkmäler in Washington! (Siehe dazu den Artikel „Ein bisschen Kultur“)

Wir haben uns noch ordentlich mit Yale Pullis, Stiften, Magneten und Stickern eingedeckt und dann ging es auch schon mit dem Bus weiter nach Boston – mit 10-Minuten-Stopp Hartford, womit wir den Gilmore Girls wohl noch ein bisschen näher kamen.

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New York, New York!

Am Donnerstagabend ging unsere Reise also los. Unser Bus sollte um 21.30 Uhr von Toronto aus losfahren, daraus wurde aber leider nichts. Als wir nämlich am Busterminal ankamen (um ca 21 Uhr) war die Schlange schon so lang, dass alle Leute niemals in einen Bus gepasst hätten und wir standen ja noch nicht einmal an. Wir warteten aber erst einmal… und warteten…  und warteten. Irgendwann NACH 21.30 kam der Bus dann endlich und um nur ein paar Personen kamen wir nicht mit. Es wurde von einem Ersatzbus gesprochen, aber in Wirklichkeit kam nur der, der planmäßig eine Stunde später fuhr und wir durften als Erstes einsteigen. Schon zu spät losgefahren, brauchten wir dann auch noch ewig an der Grenze und warteten statt 15min eine Stunde lang in Boston. Die Krönung war, als sich dann bei der Frühstückspause um 7 an einer Raststätte eine Frau statt den laut angesagt 20min ca doppelt so lang Zeit ließ mit dem wiederkommen und der Busfahrer schon ohne sie losgefahren wäre, hätten wir ihn nicht daran erinnert, dass noch jemand fehlt.

Mit ungefähr vier Stunden Verspätung kamen wir dann am Freitagmorgen um 11 endlich in New York an. Bis wir dann allerdings mit unseren Tonnen an Gepäck den Weg bis zum Hostel gemeistert hatten, verging noch ein bisschen Zeit, weil hier Tatsächlich manche U-Bahn Stationen einfach keinen Aufzug haben! Einfach unmöglich. Aber wir hatten es dann ja geschafft und als Erstes stand ein Treffen mit Julia auf dem Plan. War das schön, sie nach neun Monaten mal wiederzusehen! Leider hatten wir aber nicht so viel Zeit, da sie am Nachmittag schon wieder arbeiten musste. Danach gingen für Jannika und mich dann 4 ½ spannende Tage in der Weltmetropole New York los:
Mit Tagesplänen so vollgestopft wie es nur ging, dachten wir, dass wir mehr als genug Zeit haben würden, um alles zu sehen, aber wir hätten 4 ½ Wochen dort bleiben können und es gäbe immer noch etwas zu erleben. Das Wetter war, trotz angekündigter Gewitter, fantastisch, teilweise schon ein bisschen zu heiß und am ersten Tag auch zu schwül, aber mich als Sommermenschen stört das ja nicht allzu sehr. Und wir sind auch trotzdem so unendlich viel gelaufen, dass meine Füße sich vermutlich in einem Jahr noch nicht erholt haben, aber das war es wert. Fast die komplette Fifth Avenue haben wir gesehen und fast den ganzen Broadway. Wir sind über die komplette Brooklyn Bridge gelaufen. Wir haben den ganzen Central Park abgeklappert, das allerdings hauptsächlich mit Fahrrädern, die wir uns am Sonntag geliehen hatten als Sarah uns besuchen gekommen ist (4. Treffen innerhalb von 5 Monaten!!!). Wir waren an höchstwichtigen Gossip Girl Drehorten und haben insgesamt 1430 Fotos geknippst. Es war einfach wunderbar!

Es gibt mit Sicherheit keine Stadt, die größer ist, lauter ist, höher ist. So oft muss man den Kopf ganz in den Nacken legen, um zwischen all den Gebäuden überhaupt noch den Himmel sehen zu können. Es fahren mehr gelbe Taxis als normale Autos auf den Straßen, so viel ist sicher, und nirgendwo schieben sich so viele Menschenmassen über einen Platz wie am Times Square.

Toll war es auch, vom Top of the Rock die ganze Stadt von oben zu sehen – sogar günstiger als der CN Tower und es alle mal wert, weil man draußen war, keine Fotos durch verpeekte Scheiben machen musste, und halt New York gesehen hat, was in etwas hundert Mal spannender ist als Toronto.

Dieses Mal war ich auch am World Trade Center Memorial, was wirklich wirklich gut war. Gebaut wurden zwei quadratische „Wasserfälle“ in der Größe und an der Stelle der beiden Türme, die Wasserfälle der Tränen. Das Wasser fällt tief hinunter in den Boden und fließt dann in ein Loch in der Mitte, das so tief ist, dass man nicht sieht wo es endet. Ist ein bisschen schwierig zu beschreiben, auf jeden Fall symbolisiert das Loch die Leere, die durch den Tod der geliebten Menschen entstanden ist und das Wasser den trotzdem weitergehenden Fluss des Lebens. Um die Fälle herum sind die Namen der Opfer eingraviert, angeordnet danach in welchen Beziehungen sie zueinander standen, also sozusagen nach Freundschaftsgrad. Auf dem ganzen Platz stehen Eichen, die Stärke demonstrieren sollen, und der „Überlebensbaum“, der mitten in den Trümmern der Türme gefunden wurde und nach guter Pflege wieder ganz gesund wächst.
Alles wirklich gut gemacht! Wir haben da auch noch einen Securitymann getroffen, der uns erzählt hat, wie er die Anschläge erlebt hat und auch einiges über die Opfer und die Angehörigen, die zu dem Denkmal kommen.

Nun aber wieder zu positiveren Sachen und zwar der Broadwayshow, die wir gesehen haben, und zwar am Montag. „Rent“ hieß die, ist eine Adaptation der Oper La Bohème und handelt von Freunden in New York, die irgendwie alle kein Geld haben, an Aids erkrankt sind, Drogen nehmen oder andere Probleme haben. Die Musik hat mir sehr gefallen, aber ich habe gemerkt, dass ich Musicals lieber mag wenn sie Märchen sind, so wie eben Wicked, Tarzan und König der Löwen. Diese Geschichte war real und darum fand ich manches Verhalten ein bisschen übertrieben. Aber super war’s natürlich trotzdem, besonders weil wir in der 7. Reihe saßen und einfach SO gut gucken konnten. Der Typ, der uns die Karten am Times Square relativ günstig verkauft hat, hatte uns auch noch ein paar nicht so touristische Tipps gegeben, zum Beispiel den High Line Park, der sich auf einer ehemaligen Bahnbrücke befinden und der wirklich toll ist!

Wir haben so viel gesehen, aber trotzdem möchte ich unbedingt noch einmal wieder zurück kommen. Für die Museen, von denen wir kein einziges ansehen konnten, weil das Wetter einfach zu traumhaft war. Für die anderen Stadtteile, für die wir gar keine Zeit hatten. Um wirklich mal auf die Insel der Freiheitsstatue zu gehen und nicht immer nur mit der Staten Island Ferry daran vorbei zu fahren. Und für das Feeling, das man einfach nur in New York bekommt.

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Mit Feuerwerk zum Abschluss

Nun ist es schon so weit: Heute Abend werde ich Toronto wieder verlassen. Es ist wirklich unglaublich wie schnell die Zeit verflogen ist! Um 21.30 werd ich jedenfalls mit Jannika in einem Greyhound nach New York sitzen. Fünf Tage bleiben wir dort, dann geht’s nach Yale, Boston, Ottawa, Montréal und Québec bevor ich nach Sherbrooke fahre (dort, wo ich in der 11. Klasse für ein halbes Jahr war) und da die letzten 3 Wochen meines Auslandstrips verbringe. Und das war es dann schon! In 38 kann ich euch endlich wieder in die Arme schließen!

Meine letzten Tage in Toronto waren sehr erlebnisreich. Ich habe so viel es ging mit Freunden gemacht und alle noch einmal gesehen. Am Sonntag war ich mit Ana noch einmal bei den Niagarafällen, weil beim letzten Mal die Boote noch nicht in Betrieb fahren und ich das unbedingt noch machen wollte – und Ana war noch gar nicht da gewesen. Ein zweites Mal den Bus zu bezahlen hat sich mehr als gelohnt! Das Wetter war blitzschön und die Bootstour einfach nur atemberaubend. Man fährt mit der “Maid of the Mist” so nah an die Fälle heran, dass man klatschnass werden würde, trüge man nicht das blaue Regencape, das einem zur Verfügung gestellt wird und in dem man ein bisschen wie ein Todesser aussieht, wenn man die Kapuze aufsetzt. Ich war ja schon letztes Mal von dem vielen Wasser, das da über die Felsen donnert beeindruckt gewesen, aber das Ganze auch noch einmal von unten zu sehen, war noch unglaublich viel besser.

Am Montag war Victoria Day. Dabei feiern die Kanadier, dass sie 1860 oder so die Unabhängigkeit von Queen Victoria gewährt bekommen haben.
An dem Tag war ich mit Jannika im Tommy Thompson Park, einer Halbinsel, die in den Lake Ontario ragt und auf der es wirklich wunderschön war. Abends sind wir dann zum Strand gegangen, an dem ein riesengroßes Feuerwerk anlässlich des Feiertages veranstaltet wurde. So viele Menschen auf einem Fleck habe ich wirklich noch nie gesehen! Der ganze Strand war voll mit Decken, spielenden Kindern und irgendwelchen Idioten, die sich selbst Raketen gekauft und die mitten in der Menge noch im Hellen abgefeuert haben. Sogar Camilla und Charles haben Kanada an diesem besonderen Tag einen Besuch abgestattet, aber die waren irgendwo in einem Boot auf dem See, also konnte man die nicht sehen.

Ich war auch noch im Royal Ontario Museum, was wirklich spannend, aber viel zu groß für nur einen Besuch ist, weil man irgendwann eigentlich nichts mehr aufnehmen kann. Jannika und ich haben eine Hafenrundfahrt und eine Bussightseeingtour zum Abschied gemacht. Und ich war in der Art Gallery, in der gerade eine Picasso Ausstellung ist, die aber so viel extra gekostet hat, dass ich mir das dann doch gespart habe. Außerdem noch in den Edward Gardens, in denen es einen botanischen Garten gibt und noch einmal am Strand.

Die letzten Tage in Toronto konnte ich also noch richtig gut genießen, besonders das Wetter hat auch sehr gut mitgespielt und mir den ersten kleinen Sonnenbrand verpasst. Der war aber nach einem Tag auch schon wieder weg.
Es fällt mir schwer jetzt schon wieder aufzubrechen, denn mit den netten Leuten hier hätte ich gerne noch so einiges gemacht und die Stadt hat auch richtig etwas zu bieten. Ich weiß nicht, ob ich hier mein Leben lang wohnen könnte, weil doch alles sehr sehr groß und unpersönlich ist, aber für die kurze Zeit war es auf jeden Fall toll.
I’ll miss you, Toronto!

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Hoher Besuch

Am Wochenende hatte ich ganz besonderen Besuch in Toronto: Sarah war da!
Sie hat mit ihren Au Pair Mädels einen Wochenendtrip in’s schöne Kanada gemacht. So richtig viel Zeit hatten wir zwar nicht, weil sie Samstag erst noch einen Stopp bei den Niagara Fällen eingelegt hatten und Sonntag dann schon mittags wieder zurück mussten, aber es war trotzdem schön sie zu sehen!
Samstagabend habe ich den Mädels noch kurz ein bisschen was von der Stadt gezeigt. Vor dem neuen Rathaus war gerade ein Lauf oder so zu Ende gegangen und darum ein kleines Konzert. Das Mädchen, was da auf der Bühne stand, konnte wirklich unglaublich gut singen und so hatten wir ein bisschen Lebenssoundtrack bei warmer Sommerluft.
Am nächsten Tag ging es dann morgens auf die Islands, um noch ein paar Skylinebilder zu machen. Wie damals mit Philipp war das aber auch nur ein Rüberfahren-Kamera voll knipsen-zurückfahren, aber egal. Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen, denn der Mietwagen musste pünktlich zurückgebracht werden.

Den restlichen Tag habe ich mit Ana (die war bis zur 10. auf meiner Schule und macht auch W&T in Toronto) und ihrem Besuch verbracht. Wir waren in Cabbage Town, einer wunderschönen Nachbarschaft, gegründet von irischen Einwanderern in der 1840er Jahren, mit hübschen Häusern und einer Farm, in der man sich Tiere angucken konnte, weil die Städter ja sonst keine Kühe und Schafe kennen würden. Danach ging es noch in den Distillery District, in dem ich ja schon einmal war. Aber schön essen gehen geht ja immer.

Das Wetter wird jetzt richtig sommerlich und ganz fantastisch!

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Cheese and toasted?

Hi there, welcome to Subway! What can I do for you today? Sure, which type of bread? Cheese and toasted? Lettuce, tomatoes? Any kind of sauce?
Aus diesen Sätzen bestehen seit ca. anderthalb Monaten meine mon- bis freitäglichen Unterhaltungen von 11 bis 15 Uhr. So lange arbeite ich nun nämlich schon bei Subway als “Sandwich Artist” – ja, das ist die offizielle Jobbezeichnung. Ich weiß, das ist lächerlich, aber das nehmen die hier alle fürchterlich Ernst. Sandwiches belegen ist eine hohe Kunst, dessen Ehre einem erst nach Beenden der University of Subway Kurse im Internet zu Teil wird. Wirklich hilfreich fand ich diese Powerpointpräsentationen, die den Namen Universität tragen, allerdings nicht. Hauptsächlich werden da nämlich die unglaublich frischen Produkte gepriesen, die in Wirklichkeit nicht alle so frisch sind. Wie genau man die einzelnen Sandwiches belegt, wird aber nie erklärt, dafür muss man sich nur eine Tabelle herunterladen.
Zum Ende jeder Einheit muss man auch noch einen ultra schwierigen Multiple Choice Test machen, den man beim failen auch natürlich, wir sind ja auf dem nordamerikanischen Kontinent, so oft wiederholen kann bis man genügend Punkte hat, um ihn zu bestehen.

Meine Manager, ein iranisches Ehepaar, sind zwar fürchterlich verplant und unorganisiert, aber eigentlich ganz nett. Der Mann nennt mich Chulia und ist manchmal ein bisschen komisch, wenn er zum Beispiel auf einmal Aufkleber ans Waschbecken klebt, um einem zu zeigen wo man sauber machen soll, oder einem erzählt, dass man jede Sekunde seinen Job verlieren könnte, hat mir aber eine liebe Geburtstags-SMS geschrieben. Seine Frau ist bis auf die unfreundlichen SMS, die sie verschickt (Tomorrow you working in Church str. Pls confirm), immer sehr lieb.
Auch meine Mitarbeiter sind alle sehr freundlich, wenn auch meistens schwer verständlich, weil sie aus Indien, Korea, Tibet oder sonst wo her kommen. Alles in allem ist die Atmosphäre meistens sehr locker und nett, vielleicht ein bisschen gestresst wenn zur Mittagszeit die Schlage der Kunden bis vor die Tür geht.

Gestern habe ich dann auch schon wieder gekündigt, denn morgen in zwei Wochen geht die Reise weiter. Meine Chefin hat darauf aber eigentlich ganz gut reagiert. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie wohl schon geahnt hatte, dass ich nicht (wie ich gesagt hatte, damit sie mich einstellen) bis September hier bleibe. Sie meinte, es wäre okay. Fertig. Also werde ich bald wohl nicht mehr so oft “Cheese and toasted?” fragen….

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Der Tag, an dem ich 20 wurde.

So, nach unendlicher Zeit gibt jetzt auch mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Wenn einen der Alltag hat, dann schafft man es meistens einfach nicht, irgendetwas Spannendes herauszufiltern, um sich an einen Artikel zu setzen. Meinen Geburtstag sehe ich aber doch als wenigstens etwas interessant an.
Dazu möchte ich mich als erstes ganz herzlich für die vielen lieben Glückwünsche bedanken! Ich konnte mich über tausende facebook-Einträge, superliebe Mails, ein Geburtstagsvideo, viele Schals und süße Karten freuen. So weit weg von zu Hause ist man wirklich glücklich, wenn man merkt, dass so viele an einen denken!

Für meinen Geburtstag war eigentlich mit einer Freundin eine Radtour über die Islands geplant. Leider hat uns das Wetter da aber einen Strick durch die Rechnung gemacht, indem es uns den einzigen Regen der Woche und einen grau in grauen Himmel geschickt hat. Also sind wir auf die “Hockey Hall of Fame” ausgewichen. Im Hockeyland Kanada muss man da wohl auf jeden Fall mal hin. Das Museum ist auch wirklich gut gemacht, von Spielern aus der ganzen Welt sind Trikots, Pucks, Schläger ausgestellt. Eine komplette Umkleidekabine ist nachgebaut. In einer großen alten schönen Halle kann man Pokale bestaunen und man kann sogar seinen eigenen Spielzugkommentar aufnehmen – wenn man denn weiß welches Team spielt.
Es waren auf jeden Fall beeindruckende Stunden, in denen wir uns auch an Tisch-Hockey ausprobiert haben, was wirklich lustig war. Allerdings wäre es dort bestimmt noch viel spannender gewesen, wenn man eine Ahnung von Hockey hätte und die Spieler auch wirklich kennt. Aber falls wir das jemals tun sollten, können wir uns wenigstens daran erinnern.

Abends waren wir dann noch im “Sneaky Dee’s”, einem Tex-Mex Restaurant/Bar/Club mit ein paar Mädels essen – einen Geburtstag ohne Mädelsabends ausklingen lassen ging ja schließlich nicht, auch wenn meine Lieblingsmädels leider alle ganz weit weg waren. Statt Saunasuppe gab es also riesige Portionen an Nachos, sehr sehr leckeren Nachos!
Und so kann ich nun behaupten auch ganz ganz weit weg von zu Hause einen schönen Geburtstag verbracht zu haben. Die Leute, die ich hier in Toronto kennengelernt habe haben mir den Tag wirklich versüßt und dafür, und dass unsere Wege sich hier gekreuzt haben, bin ich sehr dankbar.

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Komische Kanadier!

Und mir fallen immer mehr Dinge auf, die hier einfach seltsam sind. Also hier der zweite Teil der Merkwürdigkeiten:

  • Im Restaurant sind die Kellner (nach deutschen Verhältnissen) unglaublich unhöflich: Teller werden sofort abgeräumt wenn sie leergegessen sind, auch wenn die anderen vielleicht noch gar nicht fertig sind – so sitzt dann die Hälfte der Gäste ohne Teller da, die andere isst noch; die Rechnung wird sofort nach dem Essen gebracht, auch wenn gar nicht danach gefragt wird und man wird so irgendwie gleich zum gehen aufgefordert.
  • Zwar können die Kanadier da nichts für, aber hier sehen die Eichhörnchen anders aus! Statt dem fuchsrot, das sie in Deutschland haben, sind sie hier schwarz.
  • Beim Fahrradfahren gilt Helmpflicht. Ob man allerdings Licht oder funktionierende Bremsen hat, ist völlig egal.
  • In Toronto wird der “ou”-Laut, also zum Beispiel bei “out” oder “about” britisch ausgesprochen, der Vancouver Akzent hat mir also glaub ich besser gefallen.
  • Viele Bushaltestellenhäuschen hier sind irgendwie falsch herum. Also sie sind ganz aus Glas und dann ist der Eingang aber nicht an der Straßenseite, sondern auf der anderen, also auf der Häuserseite. Wenn es also regnet und sich unterstellt, dann muss man wenn der Bus kommt trotzdem noch einmal um’s Häuschen herum durch den Regen laufen und kann nicht einfach mit einem Schritt in den Bus einsteigen. Irgendwie seltsam!
  • Lebensmittel sind hier unglaublich lange haltbar. Manchmal habe ich etwas ewig im Kühlschrank und fasse es schon mit spitzen Fingern an, um es eigentlich gleich wegzuschmeißen und dann merke ich, dass das noch absolut essbar ist. Teilweise finde ich das auch echt schon gruselig.
  • Die Ärzte im Krankenhaus oder in Arztpraxen tragen alle keine Kittel. Ich finde, das ist wieder so ein Seriösitäts-Ding, wie mit den Zahnarztpraxen in Einkaufszentren. Wenn der Typ einen Kittel anhat, fühlt man sich irgendwie viel sicherer, weil er viel kompetenter aussieht.
  • Modisch ist hier, Leggings anstelle von Hosen zu tragen. So wie wir das alle im Kindergarten taten, als das auch noch niedlich war, aber damals hatten wir auch alle die Figur dafür. Hier ziehen das wirklich manchmal Frauen an, die das einfach nicht tun sollten und ab einem gewissen Alter sieht das auch, finde ich, generell nicht mehr gut aus. Da sollte man dann vielleicht doch ein Oberteil oder Kleid anziehen, das etwas länger ist und nicht auch noch ein bauchfreies T-Shirt. Einfach nur unvorteilhaft!
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